Mit sechs Medaillen in acht Wettbewerben gehörte der Fechtclub Radebeul zu den erfolgreichsten Vereinen bei den Deutschen Meisterschaften der U15 und U20 am vergangenen Wochenende in Buchholz. Insgesamt zwölf Fechterinnen und Fechter des Vereins hatten sich für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert und sorgten mit starken Leistungen im Einzel und in den Mannschaftswettbewerben für ein herausragendes Gesamtergebnis.
Im Damenflorett der U15 zeigte Eva Grosche (14) einen beeindruckenden Wettkampf. Nach souveränen Siegen zog sie ins Viertelfinale ein und besiegte dort die an Nummer eins gesetzte Theresa Luo (TG Münster) mit 15:11. Erst im Halbfinale wurde sie von Elisabeth Dummer (FC Tauberbischofsheim) gestoppt. Die Bronzemedaille ist dennoch ein hervorragender Erfolg für die junge Radebeulerin.
Auch im Herrenflorett der U15 durfte sich der FCR über Edelmetall freuen. Friedrich Beissert (13), Lorenzo Dehnert (15), Anton Müller (14), Edgar Räppgen (14) und Gustav Wappler (15) vertraten die Vereinsfarben. Während Räppgen und Dehnert früh ausschieden und Wappler im 32er-Tableau scheiterte, kämpfte sich Beissert als jüngerer U13-Fechter bis ins Achtelfinale vor und erreichte einen starken 14. Platz. Anton Müller zeigte erneut seine Klasse. Nach Siegen gegen Erik Schmid (FC Tauberbischofsheim) und Max Koster (FC Moers) stand er im Halbfinale, das er denkbar knapp mit 13:14 gegen Timur Knebel (FC Rothenbaum) verlor. Die zweite Bronzemedaille für den FCR war der verdiente Lohn.
Im Damenflorett der U20 gingen Marie Bach (17), Martha Benedix (20) und Martha Grosche (17) an den Start. Für Bach war nach einem vereinsinternen Duell gegen Grosche im 32er-Tableau Schluss. Benedix erreichte das Achtelfinale und belegte nach einer Niederlage gegen die spätere Deutsche Meisterin Veranika Seiffert (SC Berlin) Platz 15. Martha Grosche überzeugte mit einem Achtelfinalsieg gegen Clara Rooze (Freiburger TS), ehe sie im Viertelfinale an Finja Herwig (VfL Marburg) scheiterte. Platz 7 war ein starkes Ergebnis für die noch in der U17 startberechtigte Fechterin.
Bei den Herren der U20 hatten sich Michael Bergert (19), Moritz Gußmann (18) und Adrian Hoppe (19) qualifiziert. Gußmann schied im ersten Direktausscheid aus, Hoppe belegte Platz 29. Michael Bergert, der am Bundesstützpunkt in Bonn trainiert, aber weiterhin für den Fechtclub Radebeul startet, zeigte einen hervorragenden Wettkampf. Nach Siegen gegen Michel Mäder (PSV Stuttgart), Henrik Barby (Blau-Weiss Buchholz) und Simon Polotzek (FC Moers) erreichte er das Finale. Dort musste er sich Linus Schulz (OSC Potsdam) mit 11:15 geschlagen geben und gewann die Silbermedaille sowie den Titel des Deutschen Vizemeisters.
Am zweiten Wettkampftag standen die Mannschaftswettbewerbe auf dem Programm. In der U15 wurde ein Länderpokal ausgetragen. Eva Grosche startete gemeinsam mit Klara und Pia Kretzschmar (TV Markkleeberg) sowie Amalia Herrmann (KSV Weißwasser) für Team Sachsen. Nach Siegen gegen Berlin erreichte die Mannschaft das Halbfinale. Dort unterlag Sachsen dem Team aus Nordrhein-Westfalen, gewann jedoch das Gefecht um Bronze deutlich mit 45:28 gegen NRW 2.
Im Herrenteam der U15 gingen Beissert, Müller und Dehnert gemeinsam mit Ron Böhmer (Dresdner FC) für Sachsen an den Start. Das zweite sächsische Team bestand ausschließlich aus Radebeuler Fechtern: Gustav Wappler, Edgar Räppgen sowie die eigens für den Mannschaftswettbewerb angereisten Mats Peche und Paulo Goldenbogen. Während Sachsen 2 den 12. Platz belegte, marschierte Sachsen 1 mit deutlichen Siegen gegen Thüringen, Schleswig-Holstein und Hamburg ins Finale. Dort krönten sich die jungen Fechter mit einem überzeugenden 45:34-Erfolg gegen Württemberg zum Deutschen Mannschaftsmeister.
Auch die U20-Damen des Fechtclub Radebeul sorgten für Furore. Marie Bach, Martha Benedix, Martha Grosche und Marlene Schneider (18) besiegten zunächst den HFC Lübeck, anschließend das Fechtcentrum Halle und im Halbfinale den SC Berlin. Im Finale lieferten sie dem favorisierten Team aus Tauberbischofsheim einen packenden Kampf und unterlagen erst mit dem allerletzten Treffer denkbar knapp mit 44:45. Die Silbermedaille ist dennoch eines der größten Mannschaftsergebnisse der jüngeren Vereinsgeschichte.
Die Herrenmannschaft der U20 mit Michael Bergert, Moritz Gußmann, Adrian Hoppe und Finn-Pepe Hanitsch gewann zunächst souverän gegen den TV Haueneberstein, musste sich im Viertelfinale jedoch dem späteren Deutschen Meister TSG Weinheim geschlagen geben. Nach den anschließenden Platzierungsgefechten belegte das Team den 8. Platz.
Mit zwei Silbermedaillen und vier Bronzemedaillen sowie dem Deutschen Mannschaftsmeistertitel im U15-Länderpokal bestätigte der Fechtclub Radebeul eindrucksvoll seine starke Stellung im deutschen Nachwuchsfechten. Besonders bemerkenswert: Ein Großteil der erfolgreichen Athletinnen und Athleten gehört noch jüngeren Altersklassen an und wird auch in den kommenden Jahren auf nationaler Ebene angreifen können.
"Eine unfassbares Wochenende für den Verein. Wir hatten uns vorbereitet und die Stimmung war gut, aber mit so vielen kleinen und und vor allem großen Erfolgen, war nicht unbedingt zu rechnen. Deshalb sind die Ergebnisse eine tolle Bestätigung für unsere Arbeit mit unseren Trainingsgruppen. Ein Dank geht dabei auch an die Eltern der Sportler und an alle die den Verein als Trainer, Kampfrichter oder im Ehrenamt unterstützen. Diese Gruppen haben einen wesentlichen Anteil am Erfolg der Kinder und Jugendlichen. " so das Fazit von Trainer Robert Peche.