Skorpion-Cup 2012



Am 01. April fand ohne Scherz aber mit Sonnenschein in Bautzen im Rahmen eines Turnierwochenendes rund um die Mitteleuropäischen Meisterschaften der Junioren und Schüler auch der mittlerweile sechste Skorpion-Cup statt. Der SV Medizin Bautzen stiftete wieder seinen hübschen Wanderpokal - einen Fechter in Ausfallstellung
symbolisierend -, der seinen Namen dem Sternzeichen seiner drei damaligen Initiatoren und einem Kneipenbesuch verdankt.

Stolze 13 Mannschaften aus mehreren Vereinen (z. B. DFC, FC Radebeul, KSV 90 Weißwasser, FC Leipzig,
Fechtsportverein Görlitz), darunter auch drei Mannschaften mit tschechischen Fechtern, fanden sich zum
Spezialturnier ein. Dieses ist als Mix-Team-Wettstreit im Degen angelegt, bei dem zwei Herren und eine
Dame (es waren auch weitere Damen zum Auswechseln zugelassen) pro Mannschaft um max. 27 Treffer
kämpften. Ein Match bestand dabei aus jeweils 9 Gefechten zu á 3 Treffern in 90 Sekunden.

Dieser neue Modus (Verkürzung der Zeit und Trefferzahl) wurde ad hoc unter den Teilnehmern abgesprochen, nachdem klar wurde, dass das Turnier eine Stunde später als geplant beginnen würde und sogar fünf Mannschaften mehr als voriges Jahr antraten. Aufgrund des überraschend großen Starterfeldes bei den Juniorenwettkämpfen war ein  räumlicher Engpass entstanden, der das Spaßturnier gefährdete. Dennoch schafften die  leicht überforderten, aber sehr engagierten Organisatoren, den Skorpion-Cup zu retten, indem sie uns "Skorpioniken" in eine andere Halle umziehen ließen. Zum Glück war diese Sporthalle der Stadt beheizt und wurde innerhalb kurzer Zeit ein eigener Imbiss aufgebaut, so dass die grössten Bedürfnisse befriedigt werden konnten. Mancher Teilnehmer aus Weisswasser und Görlitz sprang beherzt ein und half mit, einen gelungenen Wettkampf zu ermöglichen. Die Auslosung der Runden wurde unter sich ausgemacht, die Kampfrichter wurden von den Teams selbst gestellt, die Bodentreffer wurden gemeinsam annulliert etc.

Da das Turnier unter Erwachsenen (ab 18 Jahren) stattfand, die allesamt Spaß am Degenfechten suchten,
konnte den meisten Teilnehmern die veränderte Ausgangssituation nichts anhaben, und es wurde ein spannendes Turnier. Wer kennt nicht den Reiz von gemischt-geschlechtlichen Sportveranstaltungen?! Es entwickelte sich ein fairer Wettkampf mit Augenzwinkern und Teamgeist, der ohne Verletzungen und Konflikte auskam. Die Mannschaften gaben sich zum Teil witzige Bezeichnungen. Es war immer wieder interessant, welche Mannschaft welche Begrüßung und Verabschiedung darbot. Dies macht den Reiz eines solchen Mix-Mannschaftsturnieres aus!

Wir vom FC Radebeul schickten hoffnungsfroh und als einziger Verein gleich vier Mannschaften in die Vorrunde, die in drei Gruppen (zwei 4er und eine 5er Gruppe) ausgetragen wurde. Zusätzlich schloss sich Sascha, der gern durchfechten wollte, einer anderen Mannschaft an. Selbst Tina focht mit, obwohl das Stillen von Mats, der auch zugleich das Maskottchen von Radebeul I darstellte, Energie und Aufmerksamkeit raubte.  Wie gut, dass Conny als Ersatzfrau vorgesehen war und gern ab und zu einsprang.

Die Hauptrunde der besten Acht erreichten dann auch zumindest zwei Radebeuler Teams, die nach ihrem folgenden Match-Verlust im Achtelfinale (KO-System) auf Platz 6 bzw. 8 einliefen. Die größte Chance auf ein Weiterkommen hatte dabei Radebeul I. Nachdem Frank eine Führung von 24:21 gegen Weisswasser im vorletzten Gefecht an den Schlussfechter Robert übergab, sah sich dieser nicht imstande, den Vorsprung über die Ziellinie zu tragen, so dass die Mannschaft mit 25:27 unglücklich die Degen senken musste. Radebeul III schlug sich ebenfalls wacker und verlor mit 23:27 Punkten gegen den vormaligen Skorpion-Cup-Gewinner (Weißwasser), so dass am Ende Platz 8 heraussprang.

Die meisten Leute blieben, um die Halbfinals und die Finals zu sehen. So wurde spontan entschieden, auch um Platz drei zu fechten. Dies bewies, mit welcher Lust und Begeisterung die Fechter und Fechterinnen bei der Sache waren. So ergab es sich, dass viele Zuschauer in der Halle um die Fechtbahnen herumsaßen/standen, um die restlichen Mannschaften anzufeuern. Es fielen viele lustige Bemerkungen und so einige Tipps wurden den aktiven Fechtern auf der Planche zugerufen. Bei der vom Mitveranstalter Tilo Höppner moderierten Siegerehrung waren die meisten Mannschaften noch anwesend, um einander zu beklatschen und die Urkunden und Preise in Empfang zu nehmen.

Im Finale besiegte Dukla Praha (Tschechien) Weisswasser ganz souverän. EKONOM 1 (Tschechien) gewann hingegen das kleine Finale um Platz 3 gegen "Sonntag 8,50"m (FC Leipzig).

Weitere Ergebnisse:
Radebeul I "4+" (Robert, Tina, Frank & Conny) mit Platz 6
Radebeul III (Jakob, Deborah vom DFC, Michael) mit Platz 8
Radebeul II (Sören, Julia und Andreas) mit Platz X
Radebeul IV (Jens-Uwe, Alexandra, Ulf) mit Platz Y
EKONOM 2 (Sascha, Nils, Jana (CZ)) mit Platz 11

ein Stimmungsbericht von Frank Rahde (Update vom 03.04.2012 nach Interview mit dem Veranstalter)