Julie wird Landesmeisterin



Erster Landesmeistertitel für den noch jungen Fechtclub Radebeul

Julie Jouaux aus Radebeul gelang es, sich den Titel der Landesmeisterin im Damenflorett der Altersklasse Schüler 2001/2002 zu holen. Bei den Landesjugendspielen in Chemnitz, die gleichzeitig als Landesmeisterschaften durchgeführt wurden, setzte sich die Radebeulerin im Finale souverän mit 10:1 gegen Felicitas Grollmisch aus Schkeuditz durch. Zuvor hatte sie im Halbfinale ihre Dauerkonkurrentin Victoria Leube aus Schkeuditz mit 7:5 besiegt und sich so ins Finale gefochten. „In diesen Momenten zahlt sich das wochenlange Training aus. Julie hat sich mit viel Selbstbewusstsein nach ganz oben gekämpft. Wir sind alle sehr stolz auf sie“ sagte ihr Trainer Robert Peche nach der Siegerehrung. Vereinskameradin Emilia Keller gewann in der gleichen Altersklasse die Bronzemedaille, nachdem sie Felicitas Grollmisch mit 5:10 unterlag.

Hauchdünn am Titel vorbei schrammte Arwen Borowiak. In einem Finalkrimi lag der 9-jährige Borowiak kurz vor Schluss zwei Treffer gegen den Leipziger Vincent Weber zurück. Dann gelangen ihm zwei schöne Aktionen zum 6:6 Ausgleich. Nach Zeitablauf ging es in den „Sudden Death“, wo nur der nächste Treffer zählt. Den setzte dann leider der Leipziger Fechter. Mit der Silbermedaille konnte Arwen Borowiak aber eine glänzende Saison krönen. „So nah waren wir noch nie dran. Er hätte es verdient gehabt, mal Gold zu holen, aber es sollte eben noch nicht sein“ lautete das Fazit von Papa Enrico Borowiak.

Erfolgreich verlief auch das Abschneiden der vielen anderen Radebeuler Starter. Luise Reichert unterlag im Viertelfinale der Schülerinnen mit 9:10 der Schkeuditzerin Victoria Leube und wurde Fünfte. Leona Vogel verlor an gleicher Stelle gegen Mannschaftskameradin Julie Jouaux und wurde insgesamt Siebente.

Bei den Herren zeigten Tilman Brosche, Hendrik Lenk und Sebastian Kobel eine gute Vorstellung. Sebastian Kobel (11. Platz) und Tilman Brosche (9. Platz) verpassten nur knapp den Sprung ins Finale. Hendrik Lenk focht beherzt sein zweites Turnier und landete auf Rang 16. Im Jahrgang 1999/2000 focht Tim Teichmann ein starkes Turnier. Der Neueinsteiger setzte sich gegen etablierte Fechter durch und erreichte am Ende den 18. Platz von fast 40 Teilnehmern.

Ebenfalls die Plätze 15 und 16 gingen an die Damen Millie Williams (Jg. 2000) und Linda Richter (Jg. 1999). Beide kämpften sich über die Runden in den Direktausscheid, mussten hier dann aber die Segel streichen. Luise Escher und Franka Zoitke schieden in der zweiten Runde aus. "Für die 2000er Mädels sehe ich viele Erfolge im nächsten Jahr. Dann fechten sie gegen den Jahrgang 2001, da wird es einfacher für unsere Mädels" orakelte Trainer Robert Peche.

Auch mit dem Degen ging es am Wochenende zur Sache. Beste Radebeuler waren Benjamin Scharschuh und Lennart Fiedler. Fiedler focht sich mit einem Sieg gegen den Dresdner Reinhardt Fehrensen sogar unter die besten 16 des Turniers. Scharschuh holte in der B-Jugend den 7. Platz.

Bei den Degenmädels hingegen lief es nicht so rund. Einzig Jasmin Klimke überstand die Vorrunde, musste sich dann aber gegen Melanie Theißig mit 9:15 geschlagen geben. Am Ende Rang 15 für Jasmin.

In den Mannschaftswettbewerben konnten sich die Teams des Fechtclub Radebeul noch nicht auf Medaillenrängen einfinden. Bestes Team war die Herrendegenmannschaft mit Benjamin Scharschuh, Fabian Kühne und Lennart Fiedler auf dem 4. Platz. Das Herrenflorettteam der Schüler mit Tilman Brosche, Arwen Borowiak und Tim Teichmann erreichte einen starken 7. Platz.

„Ein kompletter Medaillensatz nach noch nicht mal zweijährigem Vereinsbestehen, dazu noch die vielen individuellen Steigerungen und Erfolge unseres Nachwuchses. Wir sind wirklich zufrieden mit dem Ergebnis“ freute sich Vereinsvorstand Hubert Peche über das Abschneiden seiner jüngsten Mitglieder.

Die Landesjugendspiele waren aber auch insgesamt das Highlight für die kleinen Fechter in diesem Jahr. Über 200 Starter gingen an drei Wettkampftagen in Chemnitz auf die Planche. Geschlafen wurde in einer nahe gelegenen Grundschule, wo auch der gesellige Teil beim Grillen und gemeinsamen Feiern nicht zu kurz kam.